HYMN WITHOUT COUNTRY

Hymn Without CountryHymn Without Country (2007) In 2008, plus49 will seriously stock up their line-up. A band consisting of permanent  members accompanies the two on their tour that wants to explore all possibilities of a live performance. Planned are Club concerts as well as performances in cinemas and theatres. Main focus of the tour is their new album “Hymn Without Country”. The title song is exactly about that situation: The song tells the story of someone who wakes up every morning in a different place with a different personality. In the evening he is so unhappy and discontent that he dreams himself into a parallel world. On their tour, plus49 will open up for one year a new door every night. No concert will be like the other, everything has the permission to happen.

Parallel worlds are also the main themes of the new plus49 album. For the first time, all voices are male but far from stereotyped macho attitudes. The tales about loss, getting older and feeling lost just had to be told and sung by the band itself. “Hymn without Country” is a very deep and moving album. This time, plus49 has put on all different types of colour coats on their songs which are throughout melancholic. Piano melodies light as a feather are central, surrounded by delayed guitars and soft synths which together have one aim – to pull the listener into the wall of sound.

HYMN WITHOUT COUNTRY
Mehr Wall of Sound, statt Fußböden voller Flokatis.

Plus49 haben ihr Haus angezündet. Aber nur, um am Ende noch ein wenig mehr zu leuchten. Schubladen wie „Neue Heroes des seichten Pop-Geschäfts” wie die Raveline über das Debut Album „All The Beautiful Things“ befand, wollten die beiden Kölner Produzenten bei ihrem zweiten Werk von Anfang an für alle Zeiten zunageln! „Hymn Without Country“ ist in der Tat weder seicht noch fluffig. Pop vielleicht schon, aber je mehr im alternativen Sinne: Mehr Wall of Sound, statt Fußböden voller Flokatis. Das neue Album erzeugt ein Gefühl von Weite, aber auch beruhigender Intimität. Es ist ausgestattet mit einfachen hymnischen Pianomelodien, die von weichen aber rockigen delayten Gitarrenteppichen umhüllt und von sparsamen warmen sommerlichen elektronischen Sounds geerdet werden. Plus49 haben auf „Hymn Without Country“ coole Songs geschrieben, mit intelligenten subversiven Texten, wo man vor zwei Jahren beim Debut vielleicht zu häufig an der Kitschgrenze sanft entlang schrammte. Und der Gesang wurde von weiblich auf männlich umgeschaltet. Trotzdem behalten plus49 ihren besonderen Charme aufrecht. Ihre eigenen musikalischen Ansätze werden konsequent weiter entwickelt, das man sich jetzt schon darauf freut, welche Stufe beim nächsten Album noch erklommen werden könnte.

Der erste Track vom Album „Do Not Reply“ gibt gleich die Richtung vor. Das Schlagzeug pumpt, das Klavier hypnotisiert, die Gitarren heulen auf. Der Text wurde aus besonders kreativen Betreffzeilen aus Spammails zusammengebaut. So entsteht aus etwas völlig nervenden plötzlich so etwas wie Kunst mit einer tiefen Bedeutung! „Mellowdie“ kommt als schräger Radiosmasher um die Ecke, bis dann bei „Plain“ zumindest schon mal der Dachstuhl lichterloh brennt: „Alles ist glatt, alles ist leicht, alles ist prima und aufgeräumt“ wird da gesungen, mit der Konsequenz das alles ja nur eine kranke Illusion ist, um man nur noch vor lauter Schönheit „nur noch von allem schlecht ist … Bei „Trojan Sharks“ kracht es dann an allen Ecken und Kanten. Ein Song wie ein Belagerungszustand, wie ein Flug durch starke Turbolenzen und durch ein am Ende reinigendes Gewitter. „Western #1“ könnte auch ein starker Song von R.E.M. sein, „Maybe This Comes To Early“ aus der Feder der „Kings of Convenience“ stammen. „Yesterday Was Sunday“ kann man als putzigen Dancetrack durch gehen lassen. Jetzt etwas über „How Insects Took Off“ zu schreiben, wäre wie das Ende des Films „The Six Senth“ zu verraten. Nach dem Barsong „Season In My Heart“ schließt das Album mit dem Titeltrack „Hymn Without Country“ Die Geschichte von einem Typen, der jeden Tag an einem anderen Ort, als andere Person aufwacht. Immer unzufrieden ist und sich wieder schlafen legt. Am Ende steht ein Alphornbläser in den noch dampfenden Trümmern und bläst der Feuerwehr zur Guten Nacht.

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